Sie befinden sich im kleinen Wortladen des Sprachbloggeurs. Klein aber längst ein Geheimtipp. Man nimmt die Reise in diesen abgelegenen Vorort der Stadt WehWehWeh gerne auf sich. Beim Sprachbloggeur kann man nie wissen, was es zu finden gibt. Denn hier biete ich ein buntes Allerlei. Es hängen zwar noch immer keine Bilder in meinem Laden. Brauche ich sie aber? Vielleicht später mal. Meine Archive aus früherer Zeit habe ich übrigens schon längst "importiert". Nur: Ich weiß nicht, wie ich sie sichtbar mache. HTML spreche ich noch immer viel zu stumperhaft. Vielleicht lerne ich diese Sprache noch. Seien Sie herzlich gegrüßt, lieber Gast: Be it ever so humble, there's no place like home. Ihr Sprachbloggeur, PJ Blumenthal: DEM WORT AUF DER SPUR

Eine Botschaft, die ich selber nicht verstehe

Liebe Prominenten: Heute spreche ich Sie an. Ja, Sie wissen, wer sie sind.

Ob ich einen Termin habe? Wie ich an der Sekretärin vorbei kam? Tja, mein kleines Geheimnischen.

Bitte nicht weggucken. Denn ich habe Ihre besten Interessen im Sinn. Ich soll Ihnen über das Promi-Jenseits berichten. Noch nie davon gehört? Warte nur. Denn ich habe meine Info von einer sicheren Quelle.

Die lädierte Wassermelone: Bekenntnisse eines überzeugten Migrantlers

Hallo, liebe deutsche Muttersprachler. Ich bin’s, der migrierte Jammerlappen, der schon wieder feststellen muss, dass er diese Fremdsprache, die für die meisten von Ihnen Muttersprache ist, niemals perfektionieren wird.

Im Gegenteil. Immer wieder die Überraschungen…

Zum Beispiel das schöne Wort „mitunter“.

Jahrzehnte lang benutze ich es im Sinn von „unter anderem“ oder„darunter“. „Mitunter“ erschien mir wie ein „Darunter“, das man zu einem besonders vornehmen Anlass verwendet.

Hier meine Fantasie:

Neues Wort zu einer bedrohlichen Zeit (Nutzungsrechte frei)

Eigentlich müsste ich heute noch in Deckung bleiben. Ich meine wegen der Terrorwarnung. Sie wissen schon: die weltweite Terrorwarnung für Amerikaner (und diverse Andere - in meiner Gegend sieht man seit Tagen kaum einen auf der Straße).

Wir Amerikaner bekamen nämlich – ausgenommen öffentliche Figuren – Hausarrest. Ja wirklich. Kein Witz. In Deckung gehen, hieß es. Man befürchtete das Schlimmste: al Kaida: 1 – USA: 0.

Hurra und Hurral! Wir gehen digital!

Vorstandsvorsitzender: Eureka! Ich hab’s! Wurm!! Wo sind Sie?! Wurm? Na wo ist er denn, dieser Wurm? Warum erscheint er nicht auf der Stelle, wenn ich ihn rufe? Wozu gibt man sonst gutes Geld für Handlager aus? Wurm!!! Wo sind Sie!? Mensch!!

Wurm: (etwas atemlos): Entschuldigung, O Herr, o Meister. Man hört so schlecht im Korridor, zumal der Staubsauger so laut ist …

Vorstandsvorsitzender: …keine faule Ausreden, Mann. Ich brauche Sie sofort. Sie haben stets da zu sein, wenn ich glänzende Einfälle habe. So steht es in Ihrem Vertrag. Oder?

Das Haus, das Herr „Citadel“ baute (mit IHREM Geld)

Wo ist die NSA, wenn man sie braucht?

Und warum sagen alle „enn ess ääääj“, wenn sie „enn ess aaaa“ meinen?

Komme ich aus den „u ess aaaa“ oder aus den „ju ess äääj“, liebe deutsche Muttersprachler?

Alle wichtige Fragen. Doch am wichtigsten die erste. Denn ich stelle sie wegen „Citadel“.

Noch nie gehört? „Citadel“ ist der Name einer fiesen Software. Mir war dieses Wort auch kein Begriff, bis ich letzte Woche einen Brief von der Deutschen Telekom erhielt. Hier der erste Satz:

Wie sagt man „Shitstorm“ auf Englisch?

Hmmm. Kann es sein, dass mein neuester Spammer – tut mir leid, ich habe seinen Namen schon vergessen – dem gleichen kriminellen Verein gehört, der das Konto meines Sohnes neulich geplündert hat?

Es passierte vermutlich in Marokko. Dort ging mein Sohn auf die Bank, um Geld mit seiner EC-Karte abzuheben.

„Vor der Tür stand ein Wächter, und die Bank machte einen seriösen Eindruck“, beteuerte er.

Ah, Süße Unschuld! – z.B.: "The Thing?"

Vorab ein paar unspektakuläre Zitate:

1.) Antonin Artaud, französischer Schriftsteller und Dramatiker, lebte neun Jahre im Irrenhaus. Einmal sagte er so etwas wie „La réalité me voûte“. Zu Deutsch: „Die Wirklichkeit drückt auf mich wie ein Gewölbe“.

2.) Ezra Pound, amerikanischer Dichter, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg – als Landesverräter – mehrere Jahre im amer. Irrenhaus St. Elisabeth untergebracht. Er meinte einmal: „Lebt man in Amerika, dann am besten im Irrenhaus.“

Bekenntnisse eines digitalen Spitzels amer. Herkunft

Als Amerikaner vermag ich selbstverständlich den Inhalt Ihrer Festplatte zu lesen, als wäre es das New Yorker Telefonbuch. Ich weiß alles – sogar, dass Sie Kaffee auf Ihre Tastatur verschüttet haben. Bitte aber künftig auf die Papierbecher dieser amerikanischen Kaffeemarke mit den vielen Geschmacksrichtungen verzichten – Sie wissen, wen ich meine (bei mir keine Schleichwerbung – wir bekommen unser Geld ausschließlich von der NSA).

Kurzer Abriss über die Intimrasur usw.

Es gibt Wichtigeres zu thematisieren als Haare.

Ohnehin bin ich völlig verunsichert, ob ich in der heutigen Zeit „Haare“ oder „Haar“ zu sagen habe.

Als ich in den 1970er Deutsch täglich zu sprechen begann, hielt ich es für merkwürdig, dass alle sagten: „Mei, hat sie schöne Haare“ oder „Ach, ich muss mir die Haare schneiden lassen“ usw.

Das lag daran, dass das englische Substantiv „hair“ sowohl zählbar wie auch unzählbar sein kann. Wenn zählbar, dann unerbittlich so: „Damn! I found eight hairs on the carpet! That dog has to go.“

Versöhnliche Gedanken nach dem Massenmord

„Mein Gott! ich kann es kaum fassen! Sie kippen sie in den Container einfach so…wie Restmüll!“ Das sagte die eine Frau.

„Als hätten sie keinen Wert mehr“, sagte eine zweite.

„Ich hätt‘s mir nicht mal im Traum vorstellen können, dass ich so was erlebe“, die erste wieder.

Wir wurden immer mehr, und wir staunten alle. Die großen blauen Kisten wurden reihenweise aus dem Haus befördert, alle randvoll. Dann hau ruck! Und der Inhalt wurde in einen noch größeren blauen Container gekippt. Es waren Bücher.

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