Sie befinden sich im kleinen Wortladen des Sprachbloggeurs. Klein aber längst ein Geheimtipp. Man nimmt die Reise in diesen abgelegenen Vorort der Stadt WehWehWeh gerne auf sich. Beim Sprachbloggeur kann man nie wissen, was es zu finden gibt. Denn hier biete ich ein buntes Allerlei. Es hängen zwar noch immer keine Bilder in meinem Laden. Brauche ich sie aber? Vielleicht später mal. Meine Archive aus früherer Zeit habe ich übrigens schon längst "importiert". Nur: Ich weiß nicht, wie ich sie sichtbar mache. HTML spreche ich noch immer viel zu stumperhaft. Vielleicht lerne ich diese Sprache noch. Seien Sie herzlich gegrüßt, lieber Gast: Be it ever so humble, there's no place like home. Ihr Sprachbloggeur, PJ Blumenthal: DEM WORT AUF DER SPUR

Testfrage zwecks der internationalen Verständigung: Wer ist Bob Hope?

„Was! Du hast deinen Salat schon aufgegessen?“

„Ich hatte Hunger.“

„Du bist ein Weltwunder…Faster than a speeding bullet...“

Vertraute Stille. So klingt ein Gespräch am Tisch, wenn ein Ehepaar – in diesem Fall ich und meine Frau – lang miteinander verheiratet sind: Ich stelle etwas fest, sie antwortet darauf, und dann folgt meine Bemerkung – in diesem Fall auf Englisch.

Damit war das Gespräch aber doch nicht zu Ende. Denn wir sind ein bikulturelles Paar, meine Frau Deutsche und ich, wie ich immer wieder zu betonen pflege, Amerikaner.

Brief an Steven Spielberg

Lieber Mr. Spielberg,

ist es sinnvoll, werden manche fragen, Ihnen einen in Deutsch geschriebenen Brief zu schicken, zumal Sie diese Sprache höchstwahrscheinlich gar nicht verstehen? Ist es sinnvoll an Sie überhaupt zu schreiben? könnte man ebenso fragen. Hätte ich aber, wenn ich meine Gedanken auf Amerikanisch formulierte, bessere Chancen, sie zu erreichen?

Kaum.

Das Problem ist in trockenen Tüchern

„Das Problem ist vom Eis“, sagte letzte Woche ein ARD-Nachrichtensprecher. Welches Problem er meinte, habe ich leider vergessen. Vom Eis? Wie ist es möglich, ein Problem vom Eis zu entfernen?

Und wie sieht ein Problem aus, wenn es aufs Eis gelegt wird?

Irgendwie tröstlich für mich zu wissen, dass native speakers ebenso schlampig mit der deutschen Sprache umgehen wie ich es tue.

Rom sehen und…sterben?

Ich hoffe, dass obiges Zitat nicht zutrifft, zumindest für mich die nächste Woche nicht.

Ein peinliches Geständnis: Die ganze Woche mache ich mir Sorgen, wo sich andere wohl freuen würden: Sorgen um einen Besuch in Rom.

Wie Dopey verendete

Jeder Migrationshintergründler versteht, zumindest wenn er wissbegierig ist, dass man in der deutschen Sprache sehr differenziert übers Sterben erzählen kann.

„Sterben“ ist wohl der neutralste Begriff für dieses endgültige Abschiedsnehmen. Das Wort ist übrigens mit dem Englischen „starve“, also „verhungern“ und wahrscheinlich mit „darben“ verwandt.

Wieso ich das Fliegen hasse (und ein nettes Gespräch)

Zu sagen, dass ich ungern fliege, wäre nicht genug. Die Intensität meiner Abneigung wächst in Proportion zur jährlichen Reduzierung des mir zugewiesenen Sitzraumes in der Maschine. Ich bin mit Sicherheit kein Dicker. Im Gegenteil. Ich bin, da ich seit Monaten meinen täglichen Kohlenhydratkonsum reduziert habe, sogar sechs Kilogramm leichter als im vorigen Jahr und entsprechend schmaler. Dennoch sitze ich in Economy noch enger als zuvor. Und wehe, wenn man eine kleine Tasche im Stauraum hinlegt. Man sitzt mit eingeknickten Knien wie auf dem elektrischen Stuhl.

Vollpfosten und andere Sockenschüssige

„Nun habe ich schon wieder ein neues Wort für Sie“, sagte ich Frau M. Inhaberin des Paradieses mit Stolz.

Wie? sinnieren manche Leser. Das Paradies hat aber keine Inhaberin, sondern, wenn man ihn so bezeichnen darf, einen Inhaber, den Petrus, der aber eher Türsteher ist wie vor der Disco.

Wenn der Hobbyfotograf auf den arbeitslosen Journalisten trifft

Mit meinem neuen Fotoapparat schleiche ich durch die Stadt. Ich visiere mein Opfer. Nähere mich ihm an. Dann drücke ich, so unauffällig wie möglich, auf den Auslöser, und zack! die Falle schnappt zu. Ha. Habe ich wieder einen auf dem Sensor eingefangen.

Ja, lange habe ich davon geträumt: einen Fotoapparat zu besitzen, mit dem ich „Street Photography“ gefahrlos betreiben kann.

Ein Untoter über ein Unwort

Die Untoten schlafen, wenn alle wach sind, sind wachsam, wenn die anderen schlafen.

Dieser Unterschied erklärt, weshalb ich erst jetzt dazu komme, über Jörg Kachelmanns Formulierung „Opfer-Abo“ zu schreiben, eine Formulierung, für die er schon vor zwei Wochen als Schöpfer des Unwortes des Jahres 2012 ausgezeichnet wurde.

Diskurs über „Kant“, „Wichsen“ und andere Schweinereien

Ein Neuling in der deutschen Sprache suchte ich mit meiner damaligen Lebensabschnittspartnerin nach einer Wohnung in München. Wir schreiben das Jahr 1975.

Wir klingelten an einer Wohnungstür, wo wir einen Termin mit dem Vermieter verabredet hatten. Ein langer, bebrillter Mann mit kurzem Kinnbart machte auf. Forsch reichte er mir die Hand und sagte: „Fick“.

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